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Geschichte

90 Jahre Fußball in Wehr im Zeitraffer

Es war in der Epoche der Weimarer Republik, in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen, als in Wehr der „Fußballverein Vilja Wehr“ von ein paar Dutzend Fußballbegeisterten gegründet wurde. Über die Herkunft des seltsam anmutenden Zusatzes „Vilja“ wurde im Nachhinein viel spekuliert. So soll es sich bei „Vilja“ um eine junge Frau gehandelt haben, die auf ihrer Reise im kleinen Wehr Rast machte und dabei überaus ansehnlich war. So ansehnlich, dass sie den Gründervätern allesamt den Kopf verdrehte und diese der hübschen Vilja glatt ihren frisch gegründeten Verein widmeten. Am wahrscheinlichsten ist jedoch die unromantischereTheorie, dass der Name vom gleichnamigen Lied des Komponisten Franz Lehár herrührt.

Aus der Zeit vor dem 2. Weltkrieg ist nicht viel bekannt, lediglich das erste Mannschaftsfoto aus dem Gründungsjahr ist überliefert. Während des Krieges ruhte auch in Wehr der Spielbetrieb, erst Ende der 40er Jahre liefen wieder junge Männer für den FV auf.

In diesen Nachkriegsjahren, genauer von 1948 bis 1953, spielte die 1. Mannschaft in der Bezirksklasse, was Auswärtsfahrten nach Koblenz oder Neuwied mit einschloss. Es blieb bis heute die höchste Klassenzugehörigkeit einer Wehrer Mannschaft. Langjähriger Vorsitzender in den 50ern war Hermann König, andere Vorsitzende waren Ludwig Brust und Wilhelm Meder. Genaue Daten fehlen aus dieser Zeit, erst ab 1966 wurden die Vorstände genau dokumentiert (siehe  Tabelle).

1959 fand der Umzug des Sportplatzes statt. Er verließ seinen angestammten Platz am Dorfausgang Richtung Rieden (auf dem Grund der heutigen Firma Schlottmann) in den Wald oberhalb von Wehr verlegt.

Das dazugehörige Sporthaus wurde erst in den späten 70er Jahren unter Alois Adam erbaut, kurz nachdem mit Horst Degen der erste Wehrer Fußballer Karriere machte und in die Bundesliga zu Fortuna Düsseldorf gewechselt war (1973). Neben 226 Zweitligaspielen für verschiedene Vereine absolvierte er 12 Bundesligapartien für die Fortuna.

Mitte der 70er schloss sich der FV Vilja Wehr erstmals mit einem anderen Verein zur Spielgemeinschaft zusammen. Die SG Wehr/Wassenach war jedoch keine dauerhafte Lösung und löste sich nach nur zwei Spielzeiten 1976 wieder auf.

Eine Spielgemeinschaft mit wesentlich mehr Bestand bildete sich zur Saison 1999/2000. Noch heute besteht die SG Wehr/Rieden/Volkesfeld im Seniorenbereich und erwies sich als Erfolgsmodell.

Im Jahr 2006 zog der nächste Wehrer aus, um im bezahlten Fußball von sich reden zu machen. Über den TuS Mayen kam Stefan Bell 2007 zum 1. FSV Mainz 05, wo er nach zwei Ausleihen in der ersten Mannschaft Fuß fassen konnte und in der letzten Saison zum Stammpersonal gehörte. Bislang kommt der 1991 geborene Innenverteidiger auf 26 Zweit- und über 100 Erstligaspiele (1. FSV Mainz 05, 1860 München, Eintracht Frankfurt).

Ebenfalls im Jahr 2007 konnte unter dem Vorsitzendem Thomas Engels und großer Mithilfe einiger Vereinsmitglieder der neue Anbau des Sportlerheims realisiert werden. Weitere 7 Jahre dauerte es noch, bis mit der zweiten Flutlichtreihe endlich auch abends Trainings und Spiele ungehindert möglich wurden. Beim großen Flutlichtfest am 12. Juli 2014 wurde das Projekt feierlich abgeschlossen.

Bemerkenswert: Die ersten drei Masten konnten in den 70ern nach dem Transfer von Horst Degen finanziert werden. Für die Komplettierung im letzten Jahr brauchte es erst die Erlöse, die dem Verein durch Stefan Bells Einsätze in DFB-Mannschaften zustanden.

Ebenfalls im letzten Sommer konnte der Vorplatz des Sporthauses in Eigenregie gepflastert werden.

Sportlich ist die Entwicklung der letzten Jahre ebenso positiv zu bewerten. In der Saison 2010/2011 gelang der 1. Mannschaft erstmals seit der Fusion mit Rieden und Volkesfeld wieder der Aufstieg in die höchste Kreisklasse. Nach zwischenzeitlichem Abstieg tritt das Team seit 2014/2015 wieder in der A-Klasse an.

Aktuell sind im FV Vilja Wehr ca. 75 Senioren- und Juniorenspieler am Ball, alles in Allem vertritt der derzeit 16-köpfige Vorstand unter dem Vorsitz von Stefan Bell knapp 230 Vereinsmitglieder.

Die Aufbruchsstimmung, die zu den Veränderungen und Verbesserungen der letzten Jahre geführt hat, soll auch zum nächsten Schritt des Vereins führen. Auch wenn mit dem Flutlichtneubau die letzte Großinvestition noch nicht lange zurückliegt, muss der Abschied vom Ascheplatz das mittelfristige Ziel sein. Dafür wird Einsatz und Engagement im ganzen Verein vonnöten sein, um auch die nächsten 90 Jahre guten Fußball in Wehr zu sehen.

Vorsitzende seit 1966

 

1966 - 1968

1969 - 1971

1972

1973 - 1975

1976 - 1980

1981

1982

1983 - 1985

1986 - 1993

1994 - 1998

1999 - 2004

2005

2006 - 2008

2009 - 2015

2016 -

Erich Degen

Johannes Schneider

Rainer Beu

Erich Degen

Alois Adam

Alfons Andre

Armin Rau

Günter Lang

Engelbert Volk

Manfred Beu

Peter Görgen

Günter Lang

Thomas Engels

Alfred Kowall

Stefan Bell